ENERGIEBUNKER WILHELMSBURG

Von einer Kriegsruine zum Öko-Kraftwerk

Wenn man durch die Stadtviertel Hamburgs fährt, fallen einem an den Verkehrsknotenpunkten und auch zwischen den Häuserzeilen große umgebaute Bunkeranlagen auf. In keiner Stadt wurden während des Zweiten Weltkrieges so viele Bunker gebaut wie in Hamburg. Aktuell befinden sich noch ca. 700 Bunker im Hamburger Stadtgebiet, die meisten davon unterirdisch. Das spektakulärste Umbauprojekt unter den Bunkern ist ohne Zweifel der im Rahmen der Internationalen Bauausstellung umgebaute Energiebunker in Wilhelmsburg. Seither produziert der mächtige Flakturm VI als Öko-Kraftwerk Energie für 4.000 Haushalte. Neben Führungen bietet der Energiebunker auf 30 Meter Höhe ein Café und eine Aussichtsterrasse mit Panoramablick über Wilhelmsburg und den Hafen.

Öffnungszeiten:
Freitag | 12:00 - 18:00 Uhr
Samstag & Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr

Eintritt: Frei! 


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Details

Sehenswürdig - Der Energiebunker in Wilhelmsburg

Bunker in Hamburg

1.050 Bunker wurden während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg gebaut; so viele Bunker wie in keiner anderen Stadt. Davon befinden sich heute noch ca. 700 auf oder unter Hamburg. Bis 2003 gehörten dazu auch 2 U-Boot-Bunker im Hamburger Hafen. Der U-Boot-Bunker Elbe 2 bestand aus zwei Nassboxen und hatte eine Aufnahmekapazität von je sechs U-Booten. Mit dem Ausbau des Containerhafens wurden die Boxen mit Elbsand zugespült und schließlich 2003 endgültig zugeschüttet. Der Bunker Fink 2 war weitaus größer als Elbe 2, größter U-Boot-Bunker Deutschlands und weltweit zweitgrößter. In den 1980ern wurde die Bunkerruine zugeschüttet und es waren nur noch Reste zu sehen. Heute ist die Bunkerruine Fink 2 ein Mahnmal im Rüschpark in Finkenwerder.

Die größten Schutzbunker und Luftabwehrbauten im Zeiten Weltkrieg waren die Flakbunker in St. Pauli und Wilhelmsburg. Der Flakturm IV an der Feldstraße gehört zu den größten jemals erbauten Bunkern und steht auf einer Grundfläche von 75 x 75 Metern. Während der starken Luftangriffe auf Hamburg suchten bis zu 25.000 Menschen hier Schutz. Der Flakbunker VI in Wilhelmsburg ist annähernd so groß und konnte 30.000 Menschen vor Luftangriffen auf Hamburg schützen.1952 sendete der NDR vom Flakturm IV seine 1. Ausgabe der Tagesschau. Der Axel Springer Verlag hatte dort seinen ersten Sitz. 1990 wurde das Gebäude zu einem Medienzentrum umgebaut. Der Flakturm VI musste noch bis 2010 auf seine endgültige Bestimmung warten.

Während des Kalten Krieges entstanden neue Bunkeranlagen in Hamburg. Mit dem Bunker am Berliner Tor entstand der erste Atombunker der Hansestadt. In Wedel wurde in einem Bunker das erste unterirdische Krankenhaus gebaut. Heute stehen 13 Bunker unter Denkmalschutz. Der Röhrenschutzbunker in Hamm ist heute ein Museum.

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Klima Klotz - Aus grau wird grün

Nach dem Krieg durfte niemand den einsturzgefährdeten Bunker in Wilhelmsburg betreten. Nach einer gezielten Sprengung in 1947 von den Engländern wurde das Innere zerstört, sechs der ursprünglich acht Etagen stürzten ein, nur die äußere Hülle blieb stehen.

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung wurde der Flakbunker zu einem Energiebunker umgebaut.  40.000 Tonnen Schutt wurden ausgeräumt und die Außenhülle wurde originalgetreu wieder nachgebaut, um den Charakter eines Mahnmals zu erhalten. Heute befinden sich ein Biomasse-Blockheizkraftwerk und weitere Technik am Boden des Innenraums. Im Innenraum selbst wurden ein Wärmespeicher für 2 Millionen Liter Wasser und eine Solarthermie-Anlage gebaut. Der erzeugte Ökostrom versorgt mittlerweile bis zu 3.000 Haushalte mit Wärme und 1.000 Haushalte mit Strom. Der Energieversorger Hamburg Energie bietet Führungen an.

Auf dem Bunkerdach kann man seinen Kaffee im Café Vju (Room with a Vju) mit einer herrlichen Aussicht über Wilhelmsburg und den Hamburger Hafen genießen. Das Café hat nur von Freitag bis Sonntag geöffnet und bietet seine Räume auch für private Feierlichkeiten, Tagungen und Workshops an.

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Führungen durch den Bunker

Mit dem städtischen Energieversorger Hamburg Energie kann man an Führungen teilnehmen. Treffpunkt für die Bunkerführungen ist der 8. Stock, die Etage, von der aus auch die Ausgangsplattform betreten werden kann.

Vom achten Stock geht es mit einem Fahrstuhl hinunter in den ersten Stock. In einem fast 30 Meter hohen Innenraum steht ein riesiger Wassertank für die Wärmespeicherung. Hier können Sie die alten Bunkernutzungen noch erahnen: Alte Versorgungsschächte, Spuren alter Treppenhäuser sowie früherer Schutzräume. So wird die Geschichte dieses von Zwangsarbeitern errichteten Bauwerkes bis in die Gegenwart mit einer neuen, zukunftsorientierte Nutzung eindrucksvoll erzählt.

Während der Führung können Sie die Kuppel eines der vier Flaktürme besichtigen und können Sie auf der 40 Meter hohen Plattform direkt unter den Solarkollektoren eine unglaubliche Aussicht auf den Hamburger Hafen und die Innenstadt genießen.

Terrasse-aussicht

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