HAMBURGS GRÜNER NORDEN

Wo Hamburg am Kanal sitzt und in die Sterne schaut

Ein Schwan zieht über den Mühlenteich, am Goldbekkanal schaukeln Hausboote und im Stadtpark wird schon morgens der erste Grill bewacht. Ein paar Stationen weiter steht in Barmbek ein riesiges Schneidrad vor der alten Fabrik – und über Fuhlsbüttel setzt gerade der nächste Flieger zur Landung an.

Hamburg-Nord ist keine sauber sortierte Sehenswürdigkeiten-Meile. Der Bezirk ist groß, grün und herrlich uneinheitlich. Genau deshalb solltet ihr nicht versuchen, alles auf einmal einzusammeln.

KURZ ORIENTIERT

Das Wichtigste zu Hamburg-Nord in 30 Sekunden

Hamburg-Nord reicht von Uhlenhorst und Winterhude über Barmbek und Ohlsdorf bis nach Fuhlsbüttel und Langenhorn.

Stadtpark, Planetarium und Winterhude lassen sich gut verbinden. Ohlsdorf, Barmbek und der Flughafen verdienen eigene Abstecher.

Der Bezirk hat 13 Stadtteile. Volksdorf, Poppenbüttel und Niendorf gehören trotz ihrer nördlichen Lage nicht dazu.

Für den südlichen Teil funktionieren Spaziergänge und Fahrräder. Bei längeren Strecken sind U-Bahn und S-Bahn die vernünftigere Idee.

Die Außenalster berührt Hamburg-Nord, bekommt bei HTI aber eine eigene Bereichsseite. Sonst würde der Norden endgültig aus allen Nähten platzen.

AUF EINEN BLICK

Hamburg-Nord Steckbrief

Hamburg-Nord beginnt an eleganten Alsterstraßen, läuft durch Winterhuder Kanäle und Barmbeker Backsteinquartiere und endet zwischen Friedhofsalleen, Moorflächen und Flughafen. Das ist keine kleine Runde. Das ist fast schon eine eigene Hamburg-Ausgabe.

Bereich

Von Uhlenhorst, Eppendorf und Winterhude bis Ohlsdorf, Fuhlsbüttel und Langenhorn

Charakter

Kanäle, Parks, Altbauten, Backstein, Industriekultur und überraschend viel Natur

Zeit vor Ort

Zwei bis vier Stunden für einen Schwerpunkt, ein ganzer Tag für mehrere Stadtteile

Gut für

Spaziergänge, Familien, Architektur, Museen, Natur, Wasserwege und ruhige Hamburg-Tage

Anreise

Je nach Ziel über Winterhuder Markt, Borgweg, Barmbek, Ohlsdorf oder Hamburg Airport

Gut kombinierbar mit

Außenalster, Hamburger Innenstadt und Hamburg-Ost

MEHR ERLEBEN

Sterne über Winterhude, Maschinen in Barmbek

Im Planetarium verschwindet die Zimmerdecke und wird zum Weltall. Im Museum der Arbeit rattert, druckt und hämmert Hamburgs Industriegeschichte. Und auf den Alsterkanälen gleitet ihr an Gärten und Hausbooten vorbei, während die Straße ein paar Meter weiter glaubt, sie sei weiterhin wichtig.

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Planetarium Hamburg

Sternentheater im ehemaligen Wasserturm mitten im Stadtpark

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MUST SEE

Die Orte, für die sich der Weg nach Norden lohnt

Im Stadtpark liegt Hamburg auf der Wiese, in Ohlsdorf geht die Stadt sehr leise durch ihre eigene Geschichte und am Flughafen reicht ein Kaffee, damit plötzlich wieder Fernweh aufkommt. Hamburg-Nord macht keine große Show daraus. Die macht später das Planetarium.

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AKTUELL VOR ORT

Veranstaltungen in Hamburg Nord

Konzerte, Märkte, Festivals und besondere Termine: Diese Veranstaltungen sind dem Bereich zugeordnet und werden automatisch nach ihrem Startdatum aktualisiert.

MEHR ALS STADTPARK

Warum Hamburg-Nord mehr kann als gepflegtes Grün

Winterhude und Eppendorf empfangen euch mit Altbaufassaden, kleinen Geschäften und Cafés, in denen das Frühstück gelegentlich wichtiger genommen wird als die Tagesplanung. Dazwischen fließen Kanäle, ducken sich Hausboote unter Brücken und verschwinden Wege immer wieder am Wasser.

In Barmbek wird der Ton rauer. Rund um das Museum der Arbeit stehen Backstein, ehemalige Fabrikgebäude und große Maschinen statt weißer Stadtvillen. Dieser Wechsel tut dem Bezirk gut. Hamburg-Nord wäre sonst womöglich zu ordentlich geraten.

Weiter draußen liegen das Eppendorfer Moor, der Parkfriedhof Ohlsdorf und der Flughafen. Innerhalb weniger Kilometer begegnen euch geschützte Natur, fast vier Quadratkilometer Erinnerungskultur und Flugzeuge auf dem Weg in alle möglichen Richtungen.

Der Norden lohnt sich nicht wegen eines einzigen Wahrzeichens. Er funktioniert über Gegensätze, kleine Szenen und Orte, an denen Hamburg gerade nicht versucht, Eindruck zu machen.

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ZU FUSS ENTDECKEN

Vom alten Eppendorf bis unter die Sterne

Diese Route verbindet den Eppendorfer Ortskern mit Mühlenteich, Winterhude, Goldbekkanal und Stadtpark. Am Ende steht das Planetarium – ein ziemlich guter Schlusspunkt für einen Spaziergang, der klein anfängt und im Weltall endet.

Plant drei bis vier Stunden ein. Wenn ihr im Stadtpark liegen bleibt oder am Kanal ein längeres Getränk bestellt, übernimmt der Nachmittag die weitere Organisation.

1

Start am Eppendorfer Marktplatz

Beginnt rund um den Eppendorfer Marktplatz und die St.-Johannis-Kirche. Zwischen historischen Häusern, Altbauten und kleinen Geschäften steckt noch etwas vom alten Ortskern – auch wenn die heutige Eppendorfer Kaffeepreislage eindeutig jüngeren Datums ist.

2

Eppendorfer Mühlenteich und Hayns Park

Am Eppendorfer Mühlenteich wird es ruhiger. Schwäne ziehen über das Wasser, alte Bäume rahmen die Wege und im Hayns Park sitzt ihr plötzlich mitten im Grünen. Lauft nicht nur vorbei. Der Abschnitt funktioniert am besten ohne sportlichen Ehrgeiz.

3

Durch die Wohnstraßen nach Winterhude

Auf dem Weg nach Winterhude bekommt ihr keine große Sehenswürdigkeit vor die Kamera gestellt. Dafür kommen Fassaden, Vorgärten, Straßencafés und Hamburger Alltag zusammen. Genau solche Strecken machen aus einzelnen Stopps einen Stadtteil.

4

Winterhuder Markt und Goldbekkanal

Am Winterhuder Markt ist Zeit für eine Pause. Danach geht es zum Goldbekkanal mit seinen Brücken, Booten und begrünten Ufern. Das Wasser liegt hier nicht dekorativ herum. Es gehört zum Viertel wie der Bäcker, der Bus und die Suche nach einem freien Tisch am Samstag.

5

Quer durch den Stadtpark

Im Stadtpark verteilt sich Hamburg auf Wiesen, Wege, Spielplätze und den Stadtparksee. Nehmt nicht die kürzeste Strecke. Lauft durch die Gartenbereiche, schaut auf die große Achse und erlaubt euch eine Pause, die nicht als Programmpunkt eingetragen war.

6

Planetarium im alten Wasserturm

Der ehemalige Wasserturm steht am Ende der Parkachse, als hätte jemand beim Bau des Stadtparks schon gewusst, dass dort ein Finale hingehört. Die Aussichtsplattform eröffnet den Blick über den Park. Für eine Sternen- oder Musikshow prüft ihr vorher den Spielplan.

GUT ZU WISSEN

Damit der Norden nicht zum Nahverkehrstest wird

Hamburg-Nord ist groß genug, um aus einem spontanen Abstecher eine kleine Expedition zu machen. Ein klarer Schwerpunkt spart euch Umstiege, Laufwege und das berühmte „Das sah auf der Karte aber näher aus“.

Bezirksgrenzen ernst nehmen

Volksdorf und Poppenbüttel gehören zu Wandsbek. Niendorf liegt im Bezirk Eimsbüttel. Nördlich von Hamburg ist nicht automatisch Hamburg-Nord – die Verwaltung hat da offenbar auf Präzision bestanden.

Hamburg-Nord aufteilen

Verbindet Stadtpark, Planetarium und Winterhude an einem Tag. Parkfriedhof Ohlsdorf, Museum der Arbeit oder Flughafen funktionieren besser als eigene Schwerpunkte.

Planetarium vorausplanen

Der Spielplan wechselt und beliebte Vorstellungen können ausgebucht sein. Sucht euch zuerst eine Show aus und baut den Stadtpark-Spaziergang darum herum.

Ohlsdorf nicht durchhetzen

Der Parkfriedhof ist riesig und weiterhin eine aktive Begräbnisstätte. Wählt vorab einige Orte oder eine Route aus, nehmt euch Zeit und verhaltet euch entsprechend respektvoll.

Im Moor auf den Wegen bleiben

Das Eppendorfer Moor liegt trotz seines Namens in Groß Borstel. Der geschützte Naturraum ist empfindlich. Bleibt auf den vorgesehenen Wegen und lasst Ufer, Pflanzen und Tiere ungestört.

Flugzeuge folgen dem Wind

Welche Start- und Landebahn genutzt wird, hängt vom Betrieb und vom Wetter ab. Auch ein guter Aussichtspunkt liefert deshalb nicht zu jeder Zeit dieselbe Flugshow.

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Mick von Hamburg Tourist.info
MICKS INSIDER-TIPP

Der Norden braucht keinen Gewaltmarsch

Wenn ihr nur einen Tag habt, nehmt Winterhude, Stadtpark und Planetarium. Erst am Kanal entlang, dann eine Runde durch den Park und am Ende hoch auf den alten Wasserturm oder rein in eine Show. Mehr braucht ein guter Hamburg-Tag nicht unbedingt.

Ohlsdorf würde ich nicht noch hinten dranhängen. Der Friedhof ist kein letzter Punkt auf einer Checkliste. Dafür ist er zu groß, zu schön und an vielen Stellen auch zu bewegend.

Und wenn ihr nach Barmbek fahrt: Geht beim Museum der Arbeit nicht einfach an TRUDE vorbei. Dieses riesige Schneidrad hat sich durch den Boden für den Elbtunnel gearbeitet. Dagegen wirkt selbst ein Hamburger Baustellenfahrzeug plötzlich angenehm handlich.

HÄUFIG GEFRAGT

Fragen zu Hamburg-Nord

Welche Stadtteile gehören zu Hamburg-Nord?

Zum Bezirk gehören Alsterdorf, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Dulsberg, Eppendorf, Fuhlsbüttel, Groß Borstel, Hoheluft-Ost, Hohenfelde, Langenhorn, Ohlsdorf, Uhlenhorst und Winterhude.

Welche Sehenswürdigkeiten in Hamburg-Nord lohnen sich besonders?

Besonders empfehlenswert sind Stadtpark und Planetarium, der Parkfriedhof Ohlsdorf, das Museum der Arbeit, die Winterhuder Kanäle und das Eppendorfer Moor.

Gehören Volksdorf und Poppenbüttel zu Hamburg-Nord?

Nein. Beide Stadtteile gehören zum Bezirk Wandsbek. Auch das Niendorfer Gehege liegt nicht in Hamburg-Nord, sondern im Bezirk Eimsbüttel.

Kann man Hamburg-Nord zu Fuß erkunden?

Einzelne Bereiche wie Eppendorf, Winterhude und Stadtpark lassen sich gut zu Fuß verbinden. Für weiter entfernte Ziele wie Ohlsdorf, Fuhlsbüttel oder Langenhorn solltet ihr öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Was kann man in Hamburg-Nord kostenlos erleben?

Stadtpark, Eppendorfer Moor, viele Wege an den Kanälen und der Parkfriedhof Ohlsdorf sind grundsätzlich ohne Eintritt zugänglich. Für Shows, Museen und einzelne Angebote benötigt ihr Tickets.

Was eignet sich in Hamburg-Nord bei Regen?

Planetarium und Museum der Arbeit sind besonders gute Schlechtwetterziele. Auch ein Cafébesuch in Winterhude oder Eppendorf lässt sich erstaunlich überzeugend als Kulturprogramm verkaufen.

Ist Hamburg-Nord für Familien geeignet?

Ja. Stadtpark, Planetarium, Museum der Arbeit und verschiedene Spielplätze funktionieren gut mit Kindern. Berücksichtigt bei eurer Planung die teilweise großen Entfernungen.

Wie viel Zeit sollte man für Hamburg-Nord einplanen?

Für Winterhude und Stadtpark reichen drei bis vier Stunden. Mit Planetarium oder Museum wird daraus schnell ein ganzer Tag. Ohlsdorf oder der Flughafen sollten bei wenig Zeit separat geplant werden.

KURZ GESAGT

Hamburg-Nord muss nicht laut werden

Hamburg-Nord stellt euch kein einzelnes Wahrzeichen hin und behauptet, damit sei alles erklärt. Der Bezirk arbeitet mit Kanälen, Parkwegen, Backstein, alten Maschinen, stillen Alleen und einem Wasserturm, der nachts das Universum an die Decke wirft.

Sucht euch einen Teil aus und nehmt euch Zeit dafür. Der Norden belohnt keine Hektik. Er hat allerdings auch nicht vor, deshalb kleiner zu werden.

WEITERENTDECKEN

Diese Hamburger Bereiche passen zu Hamburg-Nord

Im Süden schließt die Außenalster mit ihren Uferwegen und Wasserblicken an. Richtung Zentrum erreicht ihr die Hamburger Innenstadt, während Barmbek gute Übergänge zu den östlichen Stadtteilen bietet.