ZWEI BEINE, EIN ROTER VORHANG

Kiezgeschichte am Tresen

Kultkneipe, Boxkeller und 50 Jahre St. Pauli unter einem Dach

Der Eingang ist kaum zu übersehen: zwei gespreizte Frauenbeine, dazwischen die Tür. Dahinter beginnt eine Kneipe, die seit 1974 mehr Kiezgeschichten gesammelt hat als mancher Reiseführer Seiten. Oben steht das Bier auf dem Tresen, unten ein Boxring. St. Pauli war schon immer gut darin, verschiedene Welten übereinanderzustapeln.

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Kurzinfos zur Sehenswürdigkeit

Bereich
Sankt Pauli
Art
Kultkneipe, Boxkeller, Kiezgeschichte
Zeit vor Ort
45 bis 90 Minuten, bei guter Gesellschaft deutlich länger
Eintritt
Der Kneipenbesuch ist eintrittsfrei; Getränke, Training und Veranstaltungen kosten extra.
Gut für
Kiezfans, Nachtschwärmer, Boxsportfans, Hamburg-Geschichte, Gruppen
Kombinierbar mit
Reeperbahn, Große Freiheit, Spielbudenplatz, Davidwache, Beatles-Platz, Hans-Albers-Platz

Eine Kneipe, die nicht auf neu macht

1974 richtete Hanne Kleine, selbst Mittelschwergewichtsboxer, den Boxkeller unter dem damaligen Palais d’Amour ein. Darüber wuchs Zur Ritze zur Stammkneipe für Kiezgrößen, Künstler und Leute, die keine Visitenkarte brauchten. Der vordere Raum war einst ein Pissoir; der Anbau kam später hinzu. Wenn der rote Vorhang zufiel, war geschlossene Gesellschaft. Heute ist er offen – die Geschichten stehen trotzdem nicht im Menü.

Darum geht’s

Warum es sich lohnt

Weil hier das alte St. Pauli nicht nachgebaut wird. Fotos, Erinnerungsstücke, Jukebox und der kurze Schnack am Tresen ergeben eine kleine Zeitreise, die weder Museumsschild noch Audioguide braucht. Wer nur für das berühmte Eingangsbild kommt, hat den interessantesten Teil noch vor sich.

Auf einen Blick

Die Highlights

  • Kultkneipe seit 1974
  • Markanter Eingang mit gespreizten Beinen
  • Historischer roter Vorhang
  • Aktiver Boxkeller unter der Kneipe
  • Fotos und Erinnerungsstücke aus fünf Kiezjahrzehnten
  • Stammgäste von Jan Fedder bis Udo Lindenberg
  • Mitten auf der Reeperbahn

Unten wird nicht nur Geschichte erzählt

Der Boxkeller liegt in einer ehemaligen Tiefgarage und wird bis heute genutzt. Hier trainierten unter anderem Henry Maske, Dariusz Michalczewski sowie Wladimir und Vitali Klitschko; heute arbeiten dort erfahrene Trainer mit Amateuren und ambitionierten Hobbysportlern. Der Ring ist also keine Dekoration für Besucherfotos. Ein Blick hinunter ist oft möglich, aber nicht selbstverständlich: Training, Veranstaltungen und Hausbetrieb gehen vor. Fragt am Tresen, bevor ihr die Treppe nehmt.

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Der Eingang ist deutlicher als jede Hausnummer

Zur Ritze liegt etwas zurückgesetzt an der Reeperbahn 140. Die Beine über der Tür lösen die Orientierung recht zuverlässig. Drinnen ist es klein, fensterlos und bewusst nicht auf Hochglanz gezogen. Wer Ruhe, Tageslicht und alkoholfreie Stadtgeschichte sucht, ist am Nachmittag auf einem Rundgang besser aufgehoben. Wer einen echten Kiez-Tresen erleben will, kommt richtig – und benimmt sich wie ein Gast, nicht wie ein Kamerateam.

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Micks Insider-Tipp

So macht ihr mehr daraus

Geht nicht nur für ein schnelles Foto durch die Beine und wieder raus. Bestellt etwas, setzt euch an den Tresen und fragt freundlich nach dem Boxkeller. Wenn unten gerade Training läuft, wartet oder kommt wieder. Die Ritze ist eine Kneipe mit Geschichte – kein begehbares Bühnenbild.

Mick von Hamburg Tourist.info
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Kurz geklärt

Häufige Fragen

Wo befindet sich Zur Ritze?

Die Kneipe liegt an der Reeperbahn 140 in St. Pauli, etwas zurückgesetzt von der Straße. Der Eingang unter den gespreizten Frauenbeinen ist kaum zu verwechseln.

Wann hat Zur Ritze geöffnet?

Montag bis Mittwoch öffnet die Kneipe von 17 bis 2 Uhr, Donnerstag von 17 bis 4 Uhr, Freitag und Samstag von 14 bis 6 Uhr und Sonntag von 14 bis 2 Uhr. Prüft die Zeiten vor eurem Besuch noch einmal beim Betreiber.

Kostet der Besuch Eintritt?

Der normale Kneipenbesuch kostet keinen Eintritt. Getränke, Boxtraining und besondere Veranstaltungen werden separat berechnet.

Könnt ihr den Boxkeller besichtigen?

Ein Blick in den Boxkeller ist häufig möglich, aber nicht garantiert. Er ist eine aktive Trainings- und Veranstaltungsstätte. Fragt das Team am Tresen und respektiert laufendes Training oder geschlossene Bereiche.

Ist Zur Ritze nur etwas für Boxfans?

Nein. Der Boxkeller ist ein wichtiger Teil der Geschichte, aber oben geht es um Kiezatmosphäre, Fotos, Erinnerungsstücke, Jukebox und den Schnack am Tresen. Boxwissen wird nicht abgefragt.

Unser Fazit

Zur Ritze ist kein sauber poliertes Kiezmuseum, sondern ein laufender Betrieb mit Patina, Tresen und Trainingsring. Gerade deshalb erzählt der Ort mehr über St. Pauli als manches Schaufenster mit Totenkopfshirt. Geht rein, bleibt höflich und lasst euch auf den Laden ein. Der Rest passiert meistens von selbst.

Zuletzt aktualisiert

Redaktionell geprüft von Hamburg Tourist.info

Dieser Beitrag wurde von Hamburg Tourist.info redaktionell erstellt und geprüft. Die Informationen konzentrieren sich auf die Sehenswürdigkeit selbst, ihre Besonderheiten und ihre Bedeutung für Hamburg.

Bildernachweis
  • Bilder werden redaktionell ergänzt.