Hamburgs kleinste große Fernsehbühne: Wo Ina Müller sabbelt, singt und der Schellfischposten Kult wurde
Der Schellfischposten in Hamburg-Altona ist eine dieser Kneipen, die eigentlich viel zu klein sind für ihren eigenen Mythos. Direkt am alten Holzhafen, nahe Fischmarkt und Elbe, steht die urige Seemannskneipe, die durch Ina Müllerund ihre TV-Sendung Inas Nacht deutschlandweit bekannt wurde. Hier wird nicht einfach eine Kulisse aufgebaut – hier sitzt die Sendung mitten in einer echten Hamburger Kneipe. Eng, holzig, maritim, mit Patina, Tresen-Seele und genau dieser leicht schiefen Hafenromantik, die man nicht künstlich nachbauen kann.
Seit 2007 wird Inas Nacht regelmäßig im Schellfischposten produziert. Ina Müller empfängt dort prominente Gäste aus Musik, Film, Fernsehen, Comedy, Kultur und Sport, es wird gesprochen, gesungen, gelacht, getrunken und manchmal sehr herrlich aus dem Ruder gesabbelt. Das Besondere: Der Raum ist klein, das Publikum sitzt nah dran, die Musik passiert gefühlt direkt auf dem Bierdeckel – und genau deshalb wirkt die Sendung so anders als klassische Studio-Unterhaltung.
Für Hamburg-Besucher ist der Schellfischposten deshalb ein besonderer Ort: Ihr steht nicht vor irgendeiner TV-Fassade, sondern vor einer echten Kneipe, die zwischen den Aufzeichnungen ganz normal geöffnet ist. Öffentliche Tickets für Inas Nacht gibt es nicht; die Plätze werden nicht regulär verkauft. Wenn ihr den Ort erleben wollt, macht es richtig: Geht als Gäste rein, bestellt etwas, respektiert die Hausregeln und verbindet den Besuch mit einem Spaziergang zum Fischmarkt Hamburg. Genau dann wird aus „da wird doch Inas Nacht gedreht“ ein echter Hamburg-Moment.
Info-Booster
Das Wichtigste in 30 Sekunden
Der Schellfischposten ist für Fans von Ina Müller und Inas Nacht fast so etwas wie ein Pilgerort mit Zapfhahn. Hier entsteht diese besondere Mischung aus Talk, Musik, Schnapsidee und norddeutscher Direktheit, die im Fernsehen so locker wirkt, aber vor allem deshalb funktioniert, weil der Raum echt ist. Kein glattes Studio, kein LED-Late-Night-Altar, keine künstliche Hafen-Deko aus dem Requisitenkeller. Der Schellfischposten sieht aus, riecht und klingt wie eine Kneipe, die schon einiges gesehen hat – und vermutlich auch einiges lieber nicht mehr erzählt.
Gerade das macht den Ort so spannend. Wer den Schellfischposten besucht, merkt sofort: Inas Nacht lebt nicht nur von Ina Müller, sondern auch von dieser winzigen, warmen, leicht chaotischen Kneipenwelt. Die Enge, der Tresen, die maritime Einrichtung, die Nähe zu den Gästen und diese besondere Hamburger Grundstimmung machen die Sendung unverwechselbar. Es ist Fernsehen, aber mit Bierdeckeln. Große Unterhaltung, aber auf Kiez-Kneipen-Niveau. Und genau deshalb bleibt sie hängen.
Der Schellfischposten ist außerdem ein guter Startpunkt für Hamburgs Hafenkante. Nach dem Besuch seid ihr schnell am Holzhafen, am Fischmarkt oder auf dem Weg Richtung Altonaer Balkon. Dort bekommt ihr den nächsten starken Hamburg-Kontrast: Unten Hafen, oben Parkblick, dazwischen dieses Gefühl, dass die Stadt wieder mal lässig so tut, als wäre das alles ganz normal.

So macht ihr’s richtig

Micks Insider Tipp:
Geht nicht mit der Erwartung hin, Ina Müller zufällig am Tresen zu treffen. Das ist ungefähr so realistisch wie ein Parkplatz direkt vor der Elbphilharmonie mit persönlichem Möwenservice.
Der bessere Plan: Kommt als normale Gäste, bestellt euch etwas, schaut euch in Ruhe um und nehmt den Schellfischposten als das, was er ist: Eine echte Hamburger Kneipe, die durch Inas Nacht berühmt wurde, aber nicht nur wegen der Sendung funktioniert.
Highlights vor Ort
Euer Besuchsplan: 30 / 60 / 120 Minuten
Praktische Infos zum Schellfischposten
Stand: 12.05.2026
FAQ Inas Nacht – Schellfischposten
Kurzfazit
Der Schellfischposten ist Hamburgs wohl berühmtestes TV-Wohnzimmer: Klein, urig, maritim und durch Ina Müllerund Inas Nacht längst Kult. Wer hierherkommt, sollte keine Tickets, keine Show und keine Selfie-Jagd erwarten, sondern den Ort als echte Kneipe erleben. Danach passt die Große Elbstraße perfekt dazu – Hafenluft, Fisch, Backstein, Elbblick und dieses Hamburg-Gefühl, das nicht inszeniert werden muss.
Über den Autor

Michael „Mick“ Shaw
Michael „Mick“ Shaw ist Hamburg-Insider, Schiffsführer im Hamburger Hafen und auf St. Pauli aufgewachsen. Seine Tipps entstehen aus echter Erfahrung zwischen Hafen, Kiez und den schönsten Ecken der Stadt.
Geboren auf St. Pauli – Barkassen Kapitän – Gastgeber im Kiez Garden St. Pauli
Bildernachweise / FotografInnen: Malte Klauck, Michael Sarnhof, Bilderwerk Hamburg, Shutterstock, Fotolia


















