Hier riecht’s nicht nach Abenteuer, sondern nach Handel – und genau deshalb ist das Kontorhausviertel so beeindruckend

Das Kontorhausviertel ist Hamburgs legendäres Kontor- und Büroviertel – ein dichtes Ensemble aus großen Kontorhaus-Blöcken mit markanter Klinker- und Backsteinarchitektur, entstanden vor allem aus Bauten der 1920er, 1930er und 1950er Jahre.

Es liegt zwischen Meßberg und Steinstraße und gilt als eines der eindrucksvollsten Stadtquartiere der 1920er Jahre in Deutschland.

Seit 2015 ist das Ganze offiziell Weltklasse: Als Teil des UNESCO-Welterbes „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“.

Wichtig fürs Erwartungsmanagement: Das ist kein „Museum mit Tickets“, sondern ein Stadtviertel, das Ihr einfach ablaufen könnt – die Magie passiert draußen zwischen Fassaden, Höfen, Blickachsen und dieser typisch hanseatischen „Wir machen hier Business“-Wucht.

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Das Wichtigste in 30 Sekunden

Warum es sich lohnt?

Weil Ihr hier Hamburgs Handelshistorie als Architektur spürt: Große Kontorhaus-Blöcke, ehrliche Klinkerwucht, und überall Details, die sagen: Hier wurde Weltgeschäft gemacht.

Und weil das Ensemble nicht „nur hübsch“, sondern offiziell bedeutend ist: UNESCO-Welterbe seit 2015 – gemeinsam mit der Speicherstadt.

Kontorhausviertel

So macht Ihr’s richtig

  • Startet am Burchardplatz: Geht zuerst ins Zentrum und schaut Euch die Blickachsen an. Weil Ihr dann sofort versteht, wie das Viertel geplant und „inszeniert“ wurde.

  • Lauft nicht nur außen rum: Nehmt Durchgänge und Innenhöfe mit, wo es möglich ist. Weil genau dort die Kontorhaus-Atmosphäre kickt: Groß, ruhig, geschäftig im Hintergrund.

  • Fotografiert in Etappen: Erst Totale, dann Details wie Reliefs, Klinkermuster, Schmuckelemente. Weil das Viertel erst auf den zweiten Blick zeigt, wie viel Handwerk und Symbolik drinsteckt.

  • Plant die Kombi mit Speicherstadt: Macht beides am selben Tag als Stadtspaziergang. Weil das UNESCO-Ensemble erst im Doppelpack seine ganze Story erzählt: Warenlager plus Büroviertel.

  • Kommt mit Respekt fürs Arbeitsviertel: Verhaltet Euch so, als würdet Ihr durch ein lebendiges Büroquartier laufen. Weil viele Gebäude bis heute ganz normal genutzt werden und das Viertel kein Freizeitpark ist.

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Micks Insider Tip:

Wenn Ihr das Viertel „lesen“ wollt statt nur zu knipsen: Stellt Euch an den Burchardplatz, dreht Euch einmal langsam im Kreis und sucht die Unterschiede. Ihr seht dort auf engem Raum den Übergang von dekorierter, expressiver Klinkerarchitektur hin zu klareren Formen des „Neuen Bauens“ – zum Beispiel sehr schön am Mohlenhof.

Highlights vor Ort

Ikone des Viertels: Berühmt für den Schiffsbug-Look und als Ausnahmebeispiel des Backsteinexpressionismus.

Der große Brocken: In mehreren Bauabschnitten 1927–1943 entstanden, mit drei Innenhöfen und starkem Klinker-Dekor.

Frühes Schlüsselgebäude: Zeitgleich mit dem Chilehaus (1922–1924) gebaut, zehn Geschosse und klare Sichtbeziehung Richtung Speicherstadt.

Spannender Stilwechsel: 1927–1928 errichtet, bewusst schlichter und als Brücke Richtung Neues Bauen.

Euer Besuchsplan: 30 / 60 / 120 Minuten

Praktische Infos zum Kontorhausviertel

Ein Stadtquartier mit Kontorhäusern und markanter Klinkerarchitektur: Ihr erlebt es beim Durchlaufen, nicht über Eintritt.

Zwischen Meßberg und Steinstraße: Zentral und gut als Teil eines City-Spaziergangs.

Der Burchardplatz ist der logischste Startpunkt: Von dort sind die wichtigsten Bauten sinnvoll angeordnet.

Morgens oder spätnachmittags: Dann wirken die Fassaden plastischer und Ihr habt weniger „Rush Hour“-Gefühl im Arbeitsviertel.

Seit 2015 UNESCO-Welterbe als Teil der Welterbestätte „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“.

Stand: 01.02.2026

FAQ Kontorhausviertel

Ein historisches Hamburger Büro- und Kontorhaus-Quartier mit großen Blockbauten und markanter Klinkerarchitektur, das heute als geschlossenes Architekturensemble wirkt.

Zwischen Meßberg und Steinstraße in Hamburg, sehr zentral und gut zu Fuß aus der Innenstadt erreichbar.

Nach der Choleraepidemie 1892 wurden ab 1912 heruntergekommene innerstädtische Altbaugebiete abgerissen, um ein reines Büroviertel zu errichten.

Ja, seit 2015 als Teil der Welterbestätte „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“.

Chilehaus, Sprinkenhof, Meßberghof und Mohlenhof gehören zu den wichtigsten Namen und gruppieren sich um den Burchardplatz.

Weil er die Mitte der städtebaulichen Anlage bildet und die Hauptbauten sich darum gruppieren.

Die Anlage wird als von Fritz Schumacher geplante städtebauliche Konzeption beschrieben.

Teilweise gibt es Durchgänge und Foyers, aber grundsätzlich sind es bis heute genutzte Bürogebäude: Der Haupt-„Besuch“ ist draußen im Quartier.

Ihr seht auf engem Raum den Wandel von dekorierter, expressionistischer Klinkerarchitektur hin zu klareren Formen, die Richtung „Neues Bauen“ gehen, besonders gut am Mohlenhof.

Für einen schnellen Eindruck reichen 30 Minuten, für bewusstes Vergleichen von Fassaden und Höfen plant eher 60–120 Minuten ein.

Kurzfazit

Das Kontorhausviertel ist Hamburgs Backstein-Statement: zentral, wuchtig, detailverliebt und als Ensemble erstaunlich geschlossen. Wenn Ihr Hamburg einmal „geschäftig, historisch und richtig hanseatisch“ erleben wollt, ist das hier Pflicht: Und seit 2015 UNESCO-Welterbe sogar mit offizieller Weltbedeutung.

Über den Autor

Mick Shaw - Hamburg Insider

Michael „Mick“ Shaw

Michael „Mick“ Shaw ist Hamburg-Insider, Schiffsführer im Hamburger Hafen und auf St. Pauli aufgewachsen. Seine Tipps entstehen aus echter Erfahrung zwischen Hafen, Kiez und den schönsten Ecken der Stadt.

Geboren auf St. Pauli – Barkassen Kapitän – Gastgeber im Kiez Garden St. Pauli

Bildernachweise / FotografInnen: Malte Klauck, Michael Sarnhof, Bilderwerk Hamburg, Shutterstock, Fotolia