Zwischen Feierabend und sehr spätem Feierabend
Kneipen, Clubs und eine unbequeme Namensgeschichte direkt neben der Reeperbahn
Der Hamburger Berg ist nur eine kurze Seitenstraße der Reeperbahn, schafft aber locker eine ganze Nacht. Zwischen Reeperbahn und Louise-Schroeder-Straße drängen sich kleine Bars, Clubs, Kiezkneipen, Tattoo-Studios und Orte, bei denen die Tür bereits erklärt, was drinnen passiert. Tagsüber wirkt die Straße fast unscheinbar. Abends wird es eng, laut und sehr St. Pauli – ohne dass jemand vorher die Tischdeko abgestimmt hätte.

Kurzinfos zur Sehenswürdigkeit
- Bereich
- Sankt Pauli
- Art
- Kiezstraße, Nachtleben, Bars und Clubs, stadthistorischer Ort
- Zeit vor Ort
- 20 bis 30 Minuten tagsüber; abends zwei Stunden bis deutlich länger
- Eintritt
- Straße kostenfrei; Bars und Clubs mit eigenen Preisen oder Eintritt
- Gut für
- Nachtleben, Barhopping, Kiezgeschichte, Livemusik, Menschenbeobachtung
- Kombinierbar mit
- Reeperbahn, Hans-Albers-Platz, Große Freiheit, Beatles-Platz, Spielbudenplatz
Eine Straße, zwei Geschichten
Bevor St. Pauli St. Pauli hieß, trug die gesamte Vorstadt bis 1833 den Namen Hamburger Berg. Die heutige Straße bekam diesen Namen allerdings erst 1938. Von 1865 an hieß sie Heinestraße – nach dem jüdischen Bankier und Wohltäter Salomon Heine. Er ließ 1841 nahe dem heutigen nördlichen Straßenende das Israelitische Krankenhaus zum Andenken an seine Frau Betty errichten; behandelt werden sollten dort Bedürftige aller Konfessionen. Die Nationalsozialisten tilgten Heines Namen aus dem Straßenbild und benannten die Heinestraße in Hamburger Berg um. Wer hier nur Leuchtreklame sieht, übersieht deshalb einen ziemlich dunklen Teil der Hamburger Stadtgeschichte.

Warum es sich lohnt
Der Hamburger Berg lohnt sich, wenn euch die Reeperbahn selbst zu breit, zu hell oder zu sehr auf Durchlaufbetrieb getrimmt ist. Auf wenigen hundert Metern liegen kleine Kneipen und Clubs dicht beieinander; ihr könnt spontan weiterziehen, ohne jedes Mal eine halbe Stadtwanderung einzubauen. Gleichzeitig erzählt die Straße eine Geschichte, die nicht zur üblichen Kiezromantik passt. Genau dieser Widerspruch macht sie interessanter als eine bloße Ansammlung später Öffnungszeiten.
Die Highlights
- Kurze Seitenstraße zwischen Reeperbahn und Louise-Schroeder-Straße
- Dichte Reihe kleiner Bars, Clubs und Kiezkneipen
- Deutlich ruhigeres Straßenbild am Tag
- Früherer Straßenname Heinestraße
- Erinnerung an den jüdischen Wohltäter Salomon Heine
- Umbenennung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938
- Tattoo-Tradition an der Straße seit 1951
- Spielbudenplatz, Große Freiheit und Hans-Albers-Platz in Laufnähe
Wenn die Reeperbahn abbiegt
Am Abend übernimmt der Ausschank. Entlang der Straße liegen Szenebars, Rockkneipen, Tanzflächen und Clubs dicht beieinander. Welche Musik läuft, ob Eintritt verlangt wird und wann Schluss ist, entscheidet jeder Betrieb selbst – und gelegentlich auch die Tagesform. Freitags und samstags ist es am vollsten, unter der Woche meist entspannter. Wenn ihr wegen eines bestimmten Ladens kommt, prüft dessen aktuellen Kanal am selben Tag. Auf dem Kiez kann selbst ein Schild von gestern schon bemerkenswert optimistisch sein.

Tagsüber Geschichte, nachts Gedränge
Die Straße ist rund um die Uhr frei zugänglich. Für Fassaden und Geschichte eignet sich der Tag oder frühe Abend; für das Nachtleben kommt ihr eher ab 21 oder 22 Uhr. Die S-Bahn-Station Reeperbahn und der U-Bahnhof St. Pauli liegen jeweils wenige Gehminuten entfernt. Gehwege und Fahrbahn sind grundsätzlich zugänglich, doch volle Bürgersteige, Bordsteine, Fahrräder und Stufen an einzelnen Lokalen können den Weg erschweren. Behaltet nachts eure Wertsachen im Blick und respektiert die Menschen, die hier wohnen. Hauseingänge sind keine ausgelagerten Raucherzimmer.

So macht ihr mehr daraus
Kommt gegen 20:30 Uhr, solange der Berg noch atmet. Geht zuerst einmal von der Reeperbahn bis zum nördlichen Ende durch und entscheidet auf dem Rückweg, wo ihr bleibt. Am Wochenende wechseln Schlangen und Türstimmung schnell; eine kurze Erkundungsrunde spart euch den Abend vor dem erstbesten Neonschild. Lest vorher auch die Geschichte der Heinestraße. Nach der dritten Runde erinnert man sich erfahrungsgemäß eher an den kurzen Heimweg.

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Was ist der Hamburger Berg in Hamburg?
Der Hamburger Berg ist eine kurze Seitenstraße der Reeperbahn auf St. Pauli. Heute ist sie vor allem für dicht beieinanderliegende Bars, Kiezkneipen, Clubs und Tattoo-Studios bekannt. Hamburger Berg war außerdem bis 1833 der Name der damaligen Vorstadt, aus der St. Pauli entstand.
Warum hieß der Hamburger Berg früher Heinestraße?
Die heutige Straße hieß von 1865 bis 1938 Heinestraße. Namensgeber war der jüdische Bankier und Wohltäter Salomon Heine, der 1841 das Israelitische Krankenhaus errichten ließ. Die Nationalsozialisten ersetzten den Namen 1938 durch Hamburger Berg, um die Erinnerung an Heine zu tilgen.
Wann ist die beste Zeit für den Hamburger Berg?
Für die Straßengeschichte und das Straßenbild kommt ihr am besten tagsüber oder am frühen Abend. Ab etwa 21 oder 22 Uhr beginnt der Nachtbetrieb. Freitag- und Samstagabend wird es besonders voll und laut; unter der Woche ist die Auswahl ähnlich, aber das Gedränge meist kleiner.
Kostet der Besuch des Hamburger Bergs Eintritt?
Nein, die Straße selbst ist öffentlich und kostenfrei. Preise, Mindestverzehr oder Eintritt richten sich nach dem jeweiligen Lokal und können je nach Abend oder Veranstaltung wechseln.
Ist der Hamburger Berg barrierefrei?
Die Straße lässt sich grundsätzlich ohne große Steigungen passieren. Bordsteine, enge oder volle Gehwege und Stufen an den Eingängen einzelner Bars und Clubs können den Zugang jedoch erschweren. Fragt bei einem bestimmten Lokal am besten direkt nach.
Der Hamburger Berg ist keine Reeperbahn im Kleinformat. Er ist schmaler, unübersichtlicher, weniger abgestimmt – und gerade deshalb interessant. Nachts eignet er sich für eine Kneipenrunde ohne lange Wege; tagsüber wird sichtbar, dass hinter dem Straßennamen mehr steckt als Kiezfolklore. Wenn ihr beides mitnehmt, versteht ihr den Ort besser. Wer nur aufs erste Neonschild zuläuft, bekommt immerhin etwas zu trinken.
Redaktionell geprüft von Hamburg Tourist.info
Dieser Beitrag wurde von Hamburg Tourist.info redaktionell erstellt und geprüft. Die Informationen konzentrieren sich auf die Sehenswürdigkeit selbst, ihre Besonderheiten und ihre Bedeutung für Hamburg.