Mit den HADAG-Fähren durch den Hafen
Ein HVV-Ticket, mehrere Elbufer und die Aussicht gleich inklusive – wenn Tide, Fahrplan und freier Platz mitspielen.
An den Landungsbrücken geht ihr nicht zur Rundfahrtkasse, sondern zu Brücke 1, 2 oder 3. Wenig später zieht das Dockland vorbei, Containerbrücken stehen am Horizont und Finkenwerder liegt plötzlich ganz nah. Die HADAG-Fähren sind öffentlicher Nahverkehr auf der Elbe: praktisch für echte Wege, überraschend schön für Besucher und manchmal genauso voll wie ein Bus – nur mit deutlich besserem Blick.

Das Wichtigste auf einen Blick
Preis und Tarif
Es gilt der HVV-Tarif. Für Hamburg AB kostet die Einzelfahrt 4,10 Euro, das Tagesticket 8,20 Euro und das Gruppentagesticket 16,40 Euro. Online und in der App gibt es auf viele Einzel-, Tages- und Gruppentickets 7 Prozent Rabatt. Für Hin- und Rückfahrt ist eine einzelne Fahrkarte nicht gedacht; prüft dafür Tageskarte oder zwei Einzelfahrten. Stand: 7. September 2026.
Buchung
Die Hafenfähren gehören zum HVV. Ihr nutzt ein passendes HVV-Ticket, das Deutschlandticket oder ein anderes gültiges Verbundticket. Kaufen könnt ihr vorab in der hvv App, im Onlineshop oder an den meisten Anlegern am Automaten.
Registrierung
nein
Bediengebiet
Die HADAG bedient den Hamburger Hafen und verbindet 18 Anleger entlang und quer über die Elbe. Das Netz reicht von den Landungsbrücken über Fischmarkt, Dockland und Övelgönne bis Finkenwerder, Teufelsbrück, Blankenese sowie zu Arbeits- und Ausflugszielen südlich der Elbe.
Für wen es sich lohnt
Besonders praktisch sind die Fähren für Wege entlang der Elbe, nach Finkenwerder, zum Fischmarkt oder nach Övelgönne. Auch eine bewusste Teilstrecke im Hamburg-Tag lohnt sich, wenn ihr Hafenluft mögt und keine klassische Rundfahrt erwartet.
Wann eine Alternative besser ist
Für enge Termine, sehr späte Rückfahrten oder große Gruppen ohne Zeitreserve kann eine direkte Bahn- oder Busverbindung verlässlicher sein. Bei starkem Andrang, Tide oder betrieblichen Änderungen müsst ihr mit Wartezeit, einem anderen Anleger oder der nächsten Fähre rechnen.
Linie 62: Hamburgs schönster Arbeitsweg
Die Linie 62 startet an Brücke 3 der Landungsbrücken und fährt über Altona Fischmarkt, Dockland, Neumühlen/Övelgönne und Bubendey-Ufer bis Finkenwerder. Für Besucher ist sie die naheliegendste Fährstrecke: Ihr seht Hafenbecken, Werften, Containeranlagen und die Elbufer aus einer Perspektive, für die andere Schiffe eine eigene Rundfahrt verkaufen.
Trotzdem bleibt sie Linienverkehr. An sonnigen Wochenenden wird es voll, Fahrräder kommen nur mit, wenn Platz ist, und für die Rückfahrt braucht ihr eine passende Fahrkarte. Mit einem Tagesticket könnt ihr an Övelgönne aussteigen, am Elbstrand entlanglaufen und später weiterfahren – deutlich entspannter, als dieselbe Strecke auf Teufel komm raus in eine Einzelfahrt zu pressen.

Brücke 1, 2 oder 3? Erst schauen, dann laufen
An den St. Pauli Landungsbrücken verteilen sich die HADAG-Linien auf mehrere Pontons. Linie 62 fährt normalerweise ab Brücke 3. An Brücke 1 starten unter anderem die Linien 72 und 73, an Brücke 2 die Linien 61 und 75. Die hvv App zeigt bei jeder Abfahrt den Anleger; Anzeigen vor Ort bleiben trotzdem die letzte Instanz.
Das klingt nach einem kleinen Detail, wird aber mit Kinderwagen, Gepäck oder einer knappen Abfahrt schnell zum Hauptthema. Plant ein paar Minuten Reserve ein. Die Landungsbrücken sind lang genug, um aus einem vermeintlich kurzen Weg eine recht engagierte Hafenwanderung zu machen.

Fähre ja – Hafenrundfahrt nur mit Einschränkung
Die HADAG bringt euch von Anleger zu Anleger. Es gibt keine touristische Moderation, keine garantierte Rundfahrt und bei einer Einzelfahrkarte keine beliebige Hin-und-zurück-Fahrt. Dafür sitzt ihr mitten im echten Hafenverkehr und könnt euren Weg mit Fischmarkt, Övelgönne, Finkenwerder oder der Elbphilharmonie verbinden.
Linien und Haltestellen können saisonal, durch Tide, Veranstaltungen oder Bauarbeiten abweichen. Prüft deshalb kurz vor dem Start die Echtzeitdaten. Besonders bei der Linie 73 kann der Wasserstand darüber entscheiden, ob die Ernst-August-Schleuse erreichbar ist. Die Elbe führt keinen Kalender, sie führt Wasser.

Kinder, Gepäck und die kleinen Haken
Kinder und Kindersitze
Kinderwagen dürfen mit an Bord. Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos; für Kinder von 6 bis 14 Jahren gilt der ermäßigte HVV-Tarif. Rollstühle, Rollatoren, Fußgänger und Fahrgäste mit Kinderwagen haben beim Ein- und Aussteigen Vorrang vor Fahrrädern.
Gepäck
Handgepäck und Koffer können mit, solange Rettungswege, Türen und Rampen frei bleiben und niemand behindert wird. Einen festen Anspruch auf die Mitnahme größerer Gegenstände gibt es nicht; bei voller Fähre entscheidet das Betriebspersonal.
Hunde
Hunde dürfen grundsätzlich beaufsichtigt mitfahren, sofern sie Sicherheit und andere Fahrgäste nicht beeinträchtigen. Blindenführhunde sind immer zugelassen. Tiere gehören nicht auf Sitze – der Elbblick funktioniert auch vom Boden.
Barrierefreiheit
Rollstühle und Rollatoren dürfen mit. Weil Anleger und Schiffsrampen mit der Tide steigen und fallen, kann die Neigung mehr als sechs Prozent betragen. Für Elektromobile sind nur barrierefrei geeignete Anleger nutzbar; Steinwerder gehört ausdrücklich nicht dazu. Prüft die konkrete Verbindung vorab.
Nachts unterwegs
Die Linien verkehren je nach Strecke, Wochen- und Jahreszeit unterschiedlich lange. Plant die Rückfahrt nicht nach dem Gefühl, sondern mit der aktuellen hvv Auskunft. Bei Abendterminen prüft besonders den letzten Anschluss an Bus oder Bahn.
Am Flughafen
Vom Flughafen fahrt ihr zunächst mit der S1 in Richtung Innenstadt. Für die Landungsbrücken steigt ihr je nach Verbindung in die U3 um; dort erreicht ihr die HADAG-Anleger an Brücke 1 bis 3. Die Fähre ersetzt keine direkte Flughafenverbindung.
Am Hauptbahnhof
Vom Hauptbahnhof erreicht ihr die Landungsbrücken am einfachsten mit der U3. Plant anschließend ein paar Minuten für den Weg zu Brücke 1, 2 oder 3 ein. Wer erst auf dem Ponton nach der Linie sucht, lernt die Landungsbrücken sehr gründlich kennen.
Stationen und Zonen
An den Landungsbrücken starten die Linien 72, 73 und 66 an Brücke 1, die Linien 61 und 75 an Brücke 2 und die Linie 62 an Brücke 3. Prüft trotzdem die Anzeige oder hvv App: Schiffe und Abfahrtsbrücken halten sich an den Betrieb, nicht an eure Erinnerung.
Verbindung, App und Buchung
Häufige Fragen
Gilt mein HVV-Ticket auf den HADAG-Fähren?
Ja. Auf den HADAG-Linien gelten passende HVV-Tickets für U-Bahn, S-Bahn und Bus sowie unter anderem Deutschlandticket, Jobticket und Deutschlandsemesterticket. Nutzt die Fahrplanauskunft, um für eure konkrete Strecke den richtigen Tarif zu finden.
Welche Fähre eignet sich für Besucher besonders?
Für einen ersten Eindruck ist die Linie 62 besonders beliebt. Sie fährt von den Landungsbrücken über Fischmarkt, Dockland und Övelgönne nach Finkenwerder. Sie ist jedoch regulärer Nahverkehr und keine moderierte Hafenrundfahrt.
Darf ich mein Fahrrad kostenlos mitnehmen?
Ja, normale einsitzige Fahrräder und Pedelecs bis 25 km/h fahren auf den HADAG-Fähren kostenlos mit, sofern genügend Platz vorhanden ist. Fahrräder gehören in den markierten Bereich. Tandems, Drei- und Lastenräder werden nicht mitgenommen; zusammengeklappte Falträder gelten als Handgepäck.
Sind die Hafenfähren barrierefrei?
Rollstühle und Rollatoren können grundsätzlich mitfahren. Die Neigung von Anlegern und Rampen hängt jedoch von der Tide ab und kann mehr als sechs Prozent betragen. Elektromobile können nur über geeignete Anleger mitgenommen werden; Steinwerder ist dafür nicht geeignet.
Wo fahren die HADAG-Fähren an den Landungsbrücken ab?
Die Linien 72, 73 und 66 starten an Brücke 1, die Linien 61 und 75 an Brücke 2 und die Linie 62 an Brücke 3. Prüft vor Ort trotzdem Anzeige und hvv App, da sich der Betrieb ändern kann.
Hamburgs Nahverkehr kann eben auch Elbe
Für Wege entlang des Hafens sind die HADAG-Fähren nicht nur schön, sondern oft erstaunlich praktisch. Mit dem richtigen HVV-Ticket verbindet ihr Landungsbrücken, Fischmarkt, Övelgönne und Finkenwerder, ohne den Hafen aus den Augen zu verlieren. Prüft vor dem Start Linie, Anleger und Rückfahrt – dann bleibt nur noch die schwierige Entscheidung zwischen Innenraum und Oberdeck.
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