Hamburg im September: Der Sommer geht. Hamburg macht einfach weiter.
Sieben Termine, die Hamburg im September noch einmal ordentlich in Bewegung bringen – von Kunst und Theater über Open-Air-Kino bis zu Musik auf St. Pauli und den letzten Wasserlichtkonzerten des Jahres.

7 Dinge, die ihr euch jetzt merken solltet.
Der August ist vorbei. Das heißt in Hamburg allerdings noch lange nicht, dass wir jetzt geschlossen die Gartenmöbel reintragen und auf November warten. Im September passiert eher das Gegenteil: Die Kunst zieht durch die Stadt, Hamburgs Theater öffnen ihre Türen, auf der Binnenalster schwimmt plötzlich eine Kinoleinwand und auf St. Pauli wird vier Tage lang ausprobiert, wer nächstes Jahr vielleicht schon die großen Hallen füllt.
Dazu kommen Orte, die normalerweise verschlossen bleiben, offene Kirchen und die letzten Wasserlichtkonzerte des Jahres.
Kurz: Der Sommer geht. Hamburg macht einfach weiter.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- 3.–6. September: Hamburg Art Week – Kunst an rund 100 Orten
- 5. September: Theaternacht – 38 Hamburger Bühnen in einer Nacht
- 10.–13. September: kostenloses Open-Air-Kino auf der Binnenalster
- 11.–13. September: Tag des offenen Denkmals
- 12. September: Nacht der Kirchen
- 16.–19. September: Reeperbahn Festival auf St. Pauli
- bis 30. September: jeden Abend Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen
1. Hamburg bekommt seine erste Art Week
3.–6. September 2026
Und sie fängt nicht gerade klein an.
Unter dem Namen Crossing Currents schließen sich für vier Tage Museen, Galerien, Off-Spaces, Sammlungen und unabhängige Kunstorte in ganz Hamburg zusammen. Die Kulturbehörde nennt 18 Museen und Kunstinstitutionen, mehr als 44 Galerien und 42 Off-Spaces und Initiativen. Sechs farbige Routen helfen dabei, nicht völlig die Orientierung zu verlieren.
Der spannendste Teil daran ist für uns gar nicht unbedingt die Menge. Die Art Week führt eben nicht nur in die großen bekannten Häuser. Sie schickt euch auch in kleinere Galerien, Projekträume und Ecken der Stadt, bei denen man sonst ziemlich zuverlässig vorbeiläuft.
Micks Tipp: Sucht euch eine der sechs Routen aus und bleibt erst einmal dabei. Wer versucht, hundert Kunstorte in vier Tagen abzuhaken, lernt vor allem Hamburgs Ampelschaltungen sehr gründlich kennen.

2. Ein Ticket, 38 Theater und die Frage: Wo fangen wir bloß an?
5. September 2026
Die Hamburger Theaternacht ist ein ziemlich praktischer Abend für alle, die Theater eigentlich mögen, sich aber nie entscheiden können, welches.
2026 machen 38 Häuser mit. Große Bühnen stehen neben kleinen Theatern, private Häuser neben öffentlich geförderten. Statt eines kompletten Stücks bekommt ihr an vielen Orten Ausschnitte und Einblicke in die kommende Saison. Das diesjährige Motto bringt die Idee ziemlich gut auf den Punkt: „Binge-Watching – nur in echt“.
Man kann sich also durch Hamburg treiben lassen, Neues ausprobieren und im besten Fall mit drei Theaterzetteln nach Hause kommen, obwohl man ursprünglich nur mal gucken wollte.
Und genau dafür ist die Theaternacht gut.
3. Wenn die Kinoleinwand auf der Alster schwimmt
10.–13. September 2026
Es gibt schlechtere Orte für einen Kinoabend als den Jungfernstieg.
Beim Binnenalster Filmfest steht die Leinwand nicht irgendwo auf einem Parkplatz, sondern schwimmt auf der Binnenalster. Das Publikum sitzt draußen am Jungfernstieg, die Alsterdampfer ziehen vorbei und Eintritt kostet das Ganze auch noch keinen Cent.
2026 laufen an vier Abenden jeweils ab 20:15 Uhr: Flow, Notting Hill, Fack ju Göhte und Little Miss Sunshine.
Das ist ziemlich genau diese Sorte Hamburger Spätsommerabend, bei der man nachmittags noch denkt: „Ach, nehmen wir keine Jacke mit“ – und sich gegen halb zehn sehr intensiv an diese Entscheidung erinnert.
Also: Decke oder Jacke einpacken. Romantik funktioniert auch bei 14 Grad.

4. Hamburg gibt für drei Tage die Schlüssel heraus
11.–13. September 2026
An manchen Hamburger Gebäuden läuft man jahrzehntelang vorbei und fragt sich, was eigentlich hinter der Tür steckt.
Am Tag des offenen Denkmals lautet die Antwort ausnahmsweise: Kommt rein.
Führungen, Rundgänge, Sonderöffnungen, Ausstellungen und Kulturprogramme führen in bekannte und ziemlich ungewöhnliche Orte. Das Motto lautet in diesem Jahr „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Dabei geht es unter anderem darum, wie Mobilität, Versorgung, Wirtschaft und Stadtentwicklung Hamburg geprägt haben.
Micks Tipp: Hier würde ich tatsächlich vorher planen. Bei einigen der spannendsten Führungen ist eine Anmeldung nötig. Spontaneität ist wunderbar – vor einer verschlossenen Tür aber nur mittelmäßig unterhaltsam.

5. Eine Nacht voller Kirchenräume – und man muss dafür nicht besonders fromm sein
12. September 2026
Die Nacht der Kirchen ist einer dieser Termine, die man leicht unterschätzt.
Kirchen und Veranstaltungsorte in Hamburg und Umgebung beteiligen sich mit Konzerten, Lesungen, Gesprächen, besonderen Gottesdiensten und Kulturprogrammen – bei freiem Eintritt. Viele Veranstaltungen laufen bis in den späten Abend.
Interessant ist das auch für Menschen, die mit Kirche im Alltag eher wenig anfangen können. Denn viele dieser Gebäude gehören zu Hamburgs spannendsten historischen Räumen – und nachts entwickeln sie noch einmal eine ganz andere Atmosphäre.
Man darf also durchaus aus architektonischer Neugier hineingehen. Es kontrolliert niemand den Grund an der Tür.

6. Vier Tage gehört St. Pauli der Musik
16.–19. September 2026
Beim Reeperbahn Festival wird aus St. Pauli für vier Tage ein riesiges Clubfestival.
Konzerte finden in Clubs, Bars, Theatern und anderen Spielstätten rund um die Reeperbahn statt. Dabei geht es ganz bewusst nicht nur um große Namen. Das Festival gilt als wichtige europäische Plattform für neue internationale Musik und Popkultur – und genau das macht den Reiz aus.
Ihr könnt an einem Abend fünf Künstler sehen, von denen ihr vorher vier nicht kanntet. Das klingt erst einmal nach schlechter Vorbereitung, ist beim Reeperbahn Festival aber ziemlich genau der Plan.
Und manchmal steht man in einem kleinen Club vor jemandem, der zwei Jahre später plötzlich nur noch in großen Hallen spielt. Dann dürft ihr selbstverständlich erzählen, dass ihr ihn schon vorher kanntet. Das gehört dazu.
7. Noch einmal Wasser, Licht und Musik – dann war’s das für dieses Jahr
bis 30. September 2026
Zum Schluss wird es noch einmal ziemlich Hamburg.
Die Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen laufen den gesamten September über jeden Abend um 21 Uhr. Rund eine halbe Stunde lang werden Wasserfontänen, farbiges Licht und Musik auf dem Parksee miteinander inszeniert.
Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung gibt es nicht. Am 30. September endet die Saison.
Das ist deshalb ein ziemlich guter Abschluss für einen Tag in der Stadt: vorher essen gehen, anschließend durch den Park und zum Wasserlichtkonzert.
Nur mit dem Sitzplatz sollte man nicht bis 20:59 Uhr warten. Hamburg ist zwar groß. Der Rand des Parksees leider nicht.

Drei feste September-Anlaufpunkte
Art Week, Theaternacht, Denkmaltag und Nacht der Kirchen verteilen sich über viele Orte. Diese drei Tipps haben dagegen einen klaren räumlichen Schwerpunkt:
September in Hamburg: Eigentlich ein ziemlich guter Tausch
Natürlich merkt man im September langsam, dass der Hochsommer vorbei ist. Die Abende werden früher dunkel, irgendwann liegt morgens wieder eine Jacke über dem Arm und auf Hamburger Terrassen beginnt die alljährliche Diskussion darüber, ob 17 Grad eigentlich noch draußen sitzen sind.
Dafür verändert die Stadt ihren Rhythmus.
Die Theater starten in die neue Saison. Galerien öffnen ihre Türen. Festivals ziehen durch St. Pauli. Gebäude werden zugänglich, die normalerweise geschlossen sind. Und ein paar Sommerabende nimmt Hamburg einfach noch mit.
Der Sommer geht. Hamburg macht einfach weiter.
Und ehrlich gesagt: Das steht der Stadt ganz gut.
Noch nicht fertig mit Hamburg?
In unserem Veranstaltungskalender findet ihr weitere aktuelle Termine, Konzerte, Märkte, Festivals und Veranstaltungen in der Stadt.
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