Ein echtes Arbeitsschiff, kein „Deko-Kahn“: Auf der MS BLEICHEN riecht Hamburg noch nach Stückgut, Diesel und großer Hafenzeit

Die MS BLEICHEN ist ein historischer Stückgutfrachter (Baujahr 1958, Stapellauf 26.06.1958) und wird als Museumsschiff in Hamburg erhalten – inklusive echter Ladegeschirre, mit denen man Stückgut vor der Containerzeit demonstrieren kann.

Besichtigungen sind an veröffentlichten Open-Ship-Tagen möglich (typisch 11:00–17:00), der Eintritt ist frei (Spende willkommen); Innenbereiche wie Brücke und Maschinenraum gibt’s an Open-Ship-Tagen aus Sicherheitsgründen nur im Rahmen einer kostenfreien Führung.

Liegeplatz: Hansahafen, Bremer Kai beim Hafenmuseum (neben Schuppen 51).

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Das Wichtigste in 30 Sekunden

Warum es sich lohnt

Weil die MS BLEICHEN Euch die Hafenwelt zeigt, bevor der „Container“ alles glattgebügelt hat: Stückgut, Ladebäume, echte Arbeitsabläufe – und das Ganze als Schiff, das bewusst betriebsfähig erhalten werden soll.

Und weil das Teil nicht „Museum hinter Glas“ ist, sondern ein Ort, an dem man die Technik, die Kabinen und den rauen Charme eines Frachters wirklich versteht – inklusive Maschinenanlage und Brücke (geführt).

So macht Ihr’s richtig

  • Termine vorher checken: Plant Euren Besuch um einen Open-Ship-Tag herum. Weil Besichtigungen genau daran hängen und nicht „jeden Tag 10–18“ laufen. 

  • Führung mitnehmen: Nutzt die kostenfreie Führung für Brücke und Maschinenraum. Weil Ihr sonst aus Sicherheitsgründen draußen bleibt und genau die spannendsten Bereiche verpasst. 

  • Hafenmuseum-Kombi: Packt den Spot als „Hafenmuseum-Umfeld“-Ausflug. Weil Liegeplatz und Kulisse (Hansahafen/Schuppen) das Erlebnis erst richtig rund machen. 

  • Schuhwerk nicht unterschätzen: Zieht feste Schuhe an. Weil ein Frachter kein Wellness-Steg ist und Ihr auf Deck lieber sicher steht als stylisch rutscht. 

  • Barrierefreiheit ehrlich planen: Wenn Ihr auf stufenfreie Wege angewiesen seid, rechnet damit, dass der Zugang nicht barrierefrei ist. Weil das Schiff konstruktiv einfach aus einer anderen Zeit kommt. 

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Micks Insider Tipp:

Die meisten gucken „oben hübsch“ und gehen wieder. Macht’s anders: Nehmt eine Führung und achtet bewusst auf die Ladegeschirre und das Handling von Stückgut. Genau dieses „Wie wurde hier eigentlich gearbeitet?“ ist der Kern – und das erklärt Euch die Crew vor Ort so anschaulich, dass Ihr danach den ganzen Hafen mit anderen Augen seht.

Highlights vor Ort

Maschinenraum: Technik zum Anfassen, aber bei Open Ship nur per Führung zugänglich. 

Brücke: Navigation „old school“ – ebenfalls typischerweise über kostenfreie Führung. 

Luke II: Der Ort, an dem Ihr das Maß der Ladung und das Frachtergefühl sofort kapiert. 

Stückgutfracht vor Containerzeit: Die BLEICHEN steht genau für diese Hafenepoche. 

Hansahafen / Bremer Kai: Authentischer geht’s kaum – das Umfeld ist Teil der Magie. 

Euer Besuchsplan: 30 / 60 / 120 Minuten

Praktische Infos zur MS Bleichen (Museumsschiff)

Open-Ship-Tage: Besichtigung typischerweise 11:00–17:00 (Termine werden angekündigt). 

Kostenfrei: Kein Eintritt, Spende willkommen zur Erhaltung des Schiffs. 

Individuelle Führung: max. 10 Personen, 60 €, Schulklassen unter 18 frei. 

Nicht barrierefrei: Es gibt Einschränkungen beim Zugang. 

Hansahafen / Bremer Kai beim Hafenmuseum, neben Schuppen 51. 

Stapellauf 26.06.1958, gebaut bei Nobiskrug in Rendsburg; heute Museumsschiff in Hamburg. 

Stand: 25.01.2026

FAQ MS Bleichen – Museumsschiff

Ein historischer Stückgutfrachter von 1958, der als Museumsschiff erhalten wird. 

Im Hansahafen am Bremer Kai beim Hafenmuseum (neben Schuppen 51). 

An angekündigten Open-Ship-Tagen, meist 11:00–17:00. 

Nein, es wird kein Eintritt erhoben; eine Spende ist willkommen. 

Bei Open Ship in der Regel nur im Rahmen einer kostenfreien Führung (Sicherheitsgründe). 

Ja: Individuelle Führung max. 10 Personen, 60 €; Schulklassen unter 18 frei. 

Nein, der Zugang ist nicht barrierefrei. 

Es steht für die Stückgut-Ära im Hafen – also die Zeit vor dem Container, mit klassischem Bord-Ladegeschirr. 

Sie wurde u. a. für die „Papierfahrt“ auf der Ostsee gebaut; der Rumpf hat finnische Eisklasse 1A. 

Stapellauf 26.06.1958, Indienststellung 28.08.1958 (Baujahr 1958). 

Sie soll als Museumsschiff betriebsfähig erhalten werden; Restaurierung/Erhalt ist Teil des Konzepts. 

Kurzfazit

Die MS BLEICHEN ist Hamburgs ehrlicher Hafen-Zeitmaschine: ein echter Stückgutfrachter von 1958, den Ihr an Open-Ship-Tagen (11–17 Uhr) meist sogar kostenfrei besuchen könnt – und wenn Ihr die Führung mitnehmt, bekommt Ihr Brücke und Maschine gleich mit. 

Über den Autor

Mick Shaw - Hamburg Insider

Michael „Mick“ Shaw

Michael „Mick“ Shaw ist Hamburg-Insider, Schiffsführer im Hamburger Hafen und auf St. Pauli aufgewachsen. Seine Tipps entstehen aus echter Erfahrung zwischen Hafen, Kiez und den schönsten Ecken der Stadt.

Geboren auf St. Pauli – Barkassen Kapitän – Gastgeber im Kiez Garden St. Pauli

Bildernachweise / FotografInnen: Malte Klauck, Michael Sarnhof, Bilderwerk Hamburg, Shutterstock, Fotolia