Neun Decks – und noch immer kein Land in Sicht
Neun Decks voller Schiffe, Karten und Seefahrtsgeschichte
Im historischen Kaispeicher B warten Schiffsmodelle in Flottenstärke, alte Seekarten, Navigationsgeräte und Geschichten aus mehreren Jahrhunderten Seefahrt. Wer hier jedes Detail ansehen möchte, sollte weder einen knappen Zeitplan noch ein ungeduldiges Landratten-Gefolge mitbringen.

Vom Speicherboden bis zur Kommandobrücke
Schon das Gebäude passt zum Inhalt: Der Kaispeicher B steht zwischen Speicherstadt und HafenCity, mit schweren Mauern, alten Holzbalken und neun Ausstellungsebenen, die hier konsequent Decks heißen.
Der Rundgang führt von Navigation und Kommunikation über Segelschiffe und Schiffbau bis zu Marinegeschichte, Forschung und Kunst. Seefahrt wird hier nicht in einer Vitrine abgefrühstückt. Sie bekommt gleich ein ganzes Hochhaus.

Warum es sich lohnt
Das Internationale Maritime Museum verbindet eine außergewöhnlich große Sammlung mit einem Gebäude, das selbst zur Hamburger Hafengeschichte gehört. Zwischen winzigen Modellen, historischen Instrumenten und gewaltigen Schiffsgeschichten findet fast jeder ein Thema, an dem er länger hängen bleibt als geplant.
Besonders stark ist das Museum, wenn ihr nicht nur Schiffe schön findet, sondern verstehen wollt, wie Seefahrt Handel, Forschung und ganze Städte geprägt hat.
Die Highlights
- Neun Ausstellungsdecks auf rund 12.000 Quadratmetern
- Die maritime Sammlung von Professor Peter Tamm
- Zehntausende detailreiche Miniaturmodelle
- Historische Navigationsgeräte und Seekarten
- Schiffbau, Segelschifffahrt und Meeresforschung
- Maritime Kunst aus mehr als 400 Jahren
- Historischer Kaispeicher B in der HafenCity
Die große Welt der sehr kleinen Schiffe
Auf Deck 9 wird es besonders kleinteilig. Zehntausende Miniaturmodelle zeigen Schiffe, Häfen, Werften und ganze Seeschlachten im Maßstab 1:1250. Manche Modelle sind kaum größer als ein Fingernagel und trotzdem erstaunlich präzise.
Dazwischen stehen größere Schiffsmodelle, historische Pläne und technische Einzelstücke. Wer jedes Tau einzeln zählen möchte, darf gern schon morgens kommen. Das Museum schließt schließlich irgendwann.

Wie findet man eigentlich den richtigen Ozean?
Kompass, Astrolabium und Sextant erzählen davon, wie Seeleute ihren Weg fanden, lange bevor ein Bildschirm freundlich „Route wird neu berechnet“ meldete. Andere Decks widmen sich dem Schiffbau, den Entdeckungsreisen und der modernen Meeresforschung.
Maritime Gemälde aus mehreren Jahrhunderten zeigen außerdem, wie Künstler auf Meer, Häfen und Schiffe blickten. Das Museum handelt deshalb nicht nur von Technik, sondern auch von Macht, Handel, Wissenschaft und menschlicher Neugier.

So macht ihr mehr daraus
Fahrt zuerst mit dem Aufzug bis Deck 9 und arbeitet euch von der Miniaturflotte langsam nach unten. So habt ihr die Treppen auf eurer Seite und könnt unterwegs gezielt bei den Themen hängen bleiben, die euch wirklich interessieren.
Der Versuch, jede Beschriftung und jedes Schiffsmodell vollständig abzuarbeiten, endet sonst schnell in einem persönlichen Langzeit-Forschungsprojekt.

Häufige Fragen
Wie viel Zeit sollte man für das Maritime Museum Hamburg einplanen?
Das Museum empfiehlt etwa zwei bis drei Stunden. Wer sich intensiv für Schiffsmodelle, Navigation oder maritime Geschichte interessiert, kann problemlos deutlich länger bleiben.
Was kostet der Eintritt in das Internationale Maritime Museum?
Erwachsene zahlen 18,00 Euro, der ermäßigte Eintritt kostet 13,00 Euro. Familienkarten und ein vergünstigtes Störtebeker-Ticket ab 16:30 Uhr sind ebenfalls erhältlich.
Ist das Maritime Museum Hamburg barrierefrei?
Ja. Alle Ausstellungsbereiche sind über zwei Aufzüge barrierefrei erreichbar. Ein rollstuhlgerechtes WC und Sitzgelegenheiten sind vorhanden. Nach vorheriger Anmeldung kann kostenlos ein Rollstuhl ausgeliehen werden.
Eignet sich das Museum für Kinder?
Ja. Schiffsmodelle, Mitmachstationen und eine maritime Schnitzeljagd führen Kinder spielerisch durch das Museum. Wegen der Größe lohnt es sich, mit jüngeren Kindern vorher einige Wunschdecks auszuwählen.
Darf man im Museum fotografieren?
Private Fotos und Videos sind erlaubt. Blitzlicht und zusätzliche Beleuchtung dürfen nicht verwendet werden. Essen und Getränke bleiben außerhalb der Ausstellungsräume.
Neun Decks, unzählige Schiffe und genug Seefahrtsgeschichte für mehrere Besuche: Das Internationale Maritime Museum ist weit mehr als eine große Modellsammlung. Wer Hamburgs Verbindung zum Meer verstehen möchte, findet hier reichlich Stoff – und vermutlich mindestens ein Schiff, vor dem die geplante Besuchszeit kurz aus dem Ruder läuft.