Ein stiller Ort mit schwerem Gewicht: Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm erinnert an die „Kinder vom Bullenhuser Damm“ und lässt Hamburgs Geschichte brutal klar werden

Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm (Bullenhuser Damm 92, 20539 Hamburg-Rothenburgsort) erinnert an 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene, die am 20. April 1945 im Keller der ehemaligen Schule von SS-Männern ermordet wurden; zuvor waren die Kinder für pseudomedizinische Experimente im KZ Neuengamme missbraucht worden. 

Besuch: sonntags 10–17 Uhr, Eintritt frei, der Rosengarten ist immer geöffnet; am 24.12., 25.12., 31.12. und 1.1. ist die Gedenkstätte geschlossen. 

Die Ausstellung ist mit dem Rollstuhl befahrbar. 

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Das Wichtigste in 30 Sekunden

Warum es sich lohnt

Weil dieser Ort nichts beschönigt: Ihr steht am historischen Schauplatz und versteht, warum Erinnerung mehr ist als ein Kapitel im Schulbuch ist: Biografien, Tatort, Folgen und der lange Weg des öffentlichen Hinschauens.

Und weil der Rosengarten mit seinen Zeichen des Gedenkens das Unfassbare auf eine stille, menschliche Art greifbar macht: Kein Pathos, sondern Würde.

Bullenhuser Damm

So macht Ihr’s richtig

  • Geht sonntags hin: Plant den Besuch für Sonntag 10–17 Uhr. Dann ist die Ausstellung regulär geöffnet und Ihr steht nicht vor verschlossener Tür. 

  • Startet im Rosengarten: Geht zuerst in den Rosengarten und danach in die Ausstellung. Dann habt Ihr die Ruhe im Kopf, bevor die Fakten und Biografien reinhauen. 

  • Nehmt Euch Zeit für Biografien: Lest wirklich ein paar Lebensgeschichten komplett. Sonst bleibt es „Geschichte“, mit Biografien werden es „Menschen“.

  • Achtet auf die Erinnerungsgeschichte: Schaut nicht nur auf 1945, sondern auch darauf, wie lange es dauerte, bis überhaupt erinnert wurde und wie die Gedenkstätte entstand. Das erklärt viel über Nachkriegsdeutschland. 

  • Checkt die Schließtage: Meidet 24.12., 25.12., 31.12., 1.1.. Sonst wird’s ein sehr stiller Besuch ohne Ausstellung. 

Skipper_Mick_Shaw

Micks Insider Tipp:

Wenn Ihr vor Ort seid, sucht bewusst nach den Spuren, wie Erinnerung „gebaut“ wurde: Der Rosengarten (1985, mit erklärenden Tafeln in mehreren Sprachen) ist nicht nur hübsch-grün, sondern ein Teil der Gedenkarbeit selbst: Angehörige haben persönliche Zeichen gesetzt, und man kann dort Rosen zum Gedenken pflanzen. Genau diese Mischung aus Ort, Biografie und aktivem Erinnern macht den Bullenhuser Damm so eindringlich.

Highlights vor Ort

Eine Dauerausstellung (Deutsch/Englisch) zur Schule, zum Außenlager, zu den Experimenten, zu Opfern und Täternsowie zum Umgang nach 1945. 

Ihr bewegt Euch am historischen Ort, an dem die Morde im Keller geschahen. 

Der Rosengarten ist immer geöffnet und Teil des Gedenkkonzepts. 

Ein raumhohes Wandbild im Treppenhaus („21. April 1945, 5 in the morning“) ist Teil der Auseinandersetzung mit dem Verbrechen. 

Im Rosengarten: Bronzeplastik (1985) und ein neues Stahl-Denkmal (April 2025). 

Euer Besuchsplan: 30 / 60 / 120 Minuten

Praktische Infos zur Gedenkstätte Bullenhuser Damm

Bullenhuser Damm 92, 20539 Hamburg (Rothenburgsort). 

Sonntag 10–17 Uhr, zusätzlich Führungen nach Vereinbarung. 

Geschlossen am 24.12., 25.12., 31.12., 1.1. 

Eintritt frei. 

Immer geöffnet. 

Ausstellung ist rollstuhlgerecht befahrbar. 

Stand: 26.01.2026

FAQ Bullenhuser Damm

An 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene, die am 20. April 1945 ermordet wurden. 

Die SS ermordete die Kinder und ihre Betreuer*innen im Keller, um Spuren der zuvor begangenen Verbrechen zu verwischen. 

Sie waren im KZ Neuengamme für pseudomedizinische Tuberkulose-Versuche missbraucht worden. 

In Hamburg-Rothenburgsort, Bullenhuser Damm 92, 20539 Hamburg. 

Regulär sonntags von 10 bis 17 Uhr. 

Nein, Eintritt frei. 

Die Ausstellung ist mit dem Rollstuhl befahrbar. 

Der Rosengarten ist Teil des Gedenkens; Besucher*innen können Rosen in Erinnerung pflanzen, und Angehörige haben persönliche Zeichen gesetzt. 

Sie wurde 1980 auf private Initiative eröffnet, später übernahm die Stadt die Trägerschaft. 

Ja, u. a. eine Bronzeplastik (1985) und ein neues Stahl-Denkmal (April 2025) im Rosengarten. 

Kurzfazit

Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm ist kein „Sightseeing“, sondern ein notwendiger Ort: klar, still, erschütternd und extrem lehrreich, weil Ihr hier am historischen Schauplatz die Biografien und die Mechanik von Entmenschlichung und Vertuschung versteht. Geht hin, nehmt Euch Zeit, und lasst den Rosengarten am Ende den letzten Satz sprechen. 

Über den Autor

Mick Shaw - Hamburg Insider

Michael „Mick“ Shaw

Michael „Mick“ Shaw ist Hamburg-Insider, Schiffsführer im Hamburger Hafen und auf St. Pauli aufgewachsen. Seine Tipps entstehen aus echter Erfahrung zwischen Hafen, Kiez und den schönsten Ecken der Stadt.

Geboren auf St. Pauli – Barkassen Kapitän – Gastgeber im Kiez Garden St. Pauli

Bildernachweise / FotografInnen: Malte Klauck, Michael Sarnhof, Bilderwerk Hamburg, Shutterstock, Fotolia