Wo Hamburg schon weitergebaut hat
Hamburgs Zukunft im Maßstab 1:750
Licht wandert über ein großes Holzmodell, neue Quartiere erscheinen und selbst Hochwasserschutz bekommt plötzlich eine erkennbare Form. Im Hafen.City.Horizonte. seht ihr, wie Hamburg seine Stadt weiterplant – vom Baakenhafen bis zum Grasbrook und weit über die HafenCity hinaus.

Eine ganze Stadt passt auf diesen Tisch
Herzstück der Ausstellung ist ein großformatiges 3D-Holzmodell im Maßstab 1:750. Digitale Projektionen legen Flächennutzungen, Verkehrswege, Freiräume, Energieversorgung und Hochwasserschutz über die gebaute Stadt. So erkennt ihr nicht nur, wo ein neues Quartier entsteht, sondern auch, welche Entscheidungen unter den Fassaden stecken.
Das klingt zunächst nach Stadtplanung mit Krawatte. Spätestens wenn Licht, Wege und Wasser über das Modell wandern, wird daraus jedoch ein ziemlich anschaulicher Blick hinter Hamburgs Bauzäune.
Warum es sich lohnt
Das Hafen.City.Horizonte. macht sichtbar, was bei einem normalen Spaziergang leicht unter Pflaster, Fassaden und Planungssprache verschwindet. Das digitale Modell verbindet die HafenCity mit Grasbrook, Billebogen und der Science City Hamburg Bahrenfeld. Gleichzeitig zeigt der Raum an seinen eigenen Materialien, wie ernst Nachhaltigkeit genommen werden kann.
Der Besuch lohnt sich deshalb nicht nur für Architekturprofis. Auch wer sich schon einmal gefragt hat, warum die Straßen hier erhöht liegen, wie ein neues Viertel Alltag bekommt oder weshalb Stadtplanung so lange dauert, findet ziemlich konkrete Antworten.
Die Highlights
- Großformatiges 3D-Holzmodell im Maßstab 1:750
- Digitale Projektionen mit verschiedenen Planungsebenen
- Einblicke in HafenCity, Grasbrook, Billebogen und Science City
- Themen wie Mobilität, Freiraum, Energie und Hochwasserschutz
- Rund 200 Quadratmeter großer Ausstellungs- und Dialograum
- Wandverkleidung aus einem ausrangierten Schiffscontainer
- Schalldämmung aus Hanffasern und Möbel aus Myzel
- Kostenfreie öffentliche Touren am Wochenende
Nachhaltigkeit sitzt hier sogar im Sessel
Die Ausstellung erklärt Nachhaltigkeit nicht nur auf Tafeln. Ein ausrangierter Schiffscontainer wurde zur Wandverkleidung, Hanffaserplatten dämpfen den Schall und der Boden besteht aus Holz umgestürzter Bäume aus dem Havelland. Die Loungemöbel werden aus Myzel gefertigt, dem Wurzelgeflecht von Pilzen. Geheizt wird mit Abwärme aus der Kupferproduktion auf der Peute.
Der Raum selbst gehört damit zur Ausstellung. Nur der Container muss diesmal keine Ladung mehr durch den Hafen tragen.
Vom Modell direkt hinaus ins Quartier
Das Forum liegt im Baakenhafen, also dort, wo die östliche HafenCity noch sichtbar weiterwächst. Von hier starten Touren zu zwei unterschiedlichen Schwerpunkten: „Stadtleben HafenCity“ beschäftigt sich mit Wohnen, Bildung, Nahversorgung, Kultur und Freiräumen. „Stadtraum HafenCity“ schaut auf Hochwasserschutz, Regenwassermanagement, Mobilität und nachhaltiges Bauen.
Draußen werden aus den farbigen Flächen des Modells echte Promenaden, Warften und Gebäude. Stadtentwicklung bleibt dabei nicht sauber hinter Glas. Gelegentlich steht noch ein Bauzaun im Weg und übernimmt die praktische Beweisführung.
So macht ihr mehr daraus
Schaut euch zuerst am Holzmodell an, warum Straßen und Eingänge höher liegen als die Promenaden. Draußen erkennt ihr den Hochwasserschutz anschließend mit eigenen Augen – Stadtplanung ohne Beamtendeutsch.

Häufige Fragen
Befindet sich das HafenCity-Forum noch im Kesselhaus?
Nein. Das frühere InfoCenter im Kesselhaus wurde nach mehr als zwei Jahrzehnten abgelöst. Das neue Hafen.City.Horizonte. eröffnete im April 2026 im Quartier Baakenhafen. Die aktuelle Adresse lautet Baakenallee 33; der Zugang erfolgt über den Lola-Rogge-Platz.
Was gibt es im Forum für Stadt & Zukunft zu sehen?
Im Mittelpunkt steht ein großes 3D-Holzmodell im Maßstab 1:750, das digital bespielt wird. Darauf lassen sich unter anderem Stadtentwicklung, Mobilität, Freiräume, Energieversorgung und Hochwasserschutz darstellen. Ergänzt wird das Modell durch multimediale, interaktive und teilweise wechselnde Inhalte.
Kostet der Besuch des Hafen.City.Horizonte. Eintritt?
Für den regulären Besuch wird auf der offiziellen Forum-Seite kein Eintrittspreis genannt. Die öffentlichen Touren am Wochenende sind kostenfrei. Individuell vermittelte Führungen für Privatgruppen, Vereinsfahrten oder Betriebsausflüge können kostenpflichtig sein.
Welche Führungen starten am Forum?
Es werden die beiden etwa zweistündigen Touren „Stadtleben HafenCity“ und „Stadtraum HafenCity“ angeboten. Der erste Schwerpunkt liegt auf Wohnen, Bildung, Kultur, Nahversorgung und Freiräumen. Der zweite beschäftigt sich mit Infrastruktur, Hochwasserschutz, nachhaltigem Bauen und Regenwassermanagement. Laut aktuellem Flyer starten öffentliche Touren samstags und sonntags jeweils um 15:00 Uhr.
Ist das Forum auch für Kinder und Schulklassen geeignet?
Schülerinnen, Schüler und Bildungsgruppen gehören ausdrücklich zur Zielgruppe. Das beleuchtete Stadtmodell macht viele räumliche Zusammenhänge auch ohne planerisches Vorwissen verständlich. Ein besonderes Kinderprogramm oder eine feste Altersempfehlung wird für den regulären Besuch allerdings nicht ausgewiesen.
Im Hafen.City.Horizonte. wird aus Stadtplanung etwas, das man ansehen, überlagern und anschließend draußen überprüfen kann. Das große Modell, die ungewöhnlichen Materialien und der Standort mitten im Baakenhafen zeigen Hamburg nicht als fertige Kulisse, sondern während der Arbeit.
Wer nur alte Speicher und Elbphilharmonie erwartet, bekommt hier eine ziemlich überzeugende Erinnerung daran, dass die HafenCity noch längst nicht mit sich fertig ist.
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