Dieses Museum braucht eure schlechteste gute Pose
Über 25 optische Täuschungen, bei denen ihr selbst zum fehlenden Bildteil werdet
Im 3D TrickArt Museum hängt Kunst nicht bloß an der Wand und wartet auf respektvolles Nicken. Ihr klettert scheinbar über Abgründe, landet mitten in gemalten Szenen und schrumpft eure Begleitung per Perspektivtrick auf Handtaschenformat. Erst durch Kamera, Standpunkt und eine Portion schauspielerischen Größenwahn werden die Bilder komplett.

Der Trick beginnt hinter der Kamera
Mehr als 25 dreidimensional wirkende Bildwelten warten darauf, von euch betreten zu werden. Gemalt hat sie der japanische 3D-Künstler Masashi Hattori. Mit bloßem Auge seht ihr Farbe, Flächen und ungewöhnliche Perspektiven. Durch die Kameralinse kippt das Ganze plötzlich in die dritte Dimension: Böden werden zu Abgründen, Wände zu Bühnen und eure Reisebegleitung zum freiwilligen Spezialeffekt. Deshalb ist hier auch die Person hinter der Kamera Teil des Erlebnisses – und manchmal sogar der wichtigere Künstler.
Warum es sich lohnt
Hier bekommt ihr keine Ausstellung, die nach fünf höflichen Minuten wieder aus dem Gedächtnis rutscht. Ihr produziert eure eigenen Erinnerungsbilder, lernt nebenbei, wie leicht Perspektive das Auge austrickst, und habt als Familie oder Gruppe automatisch etwas miteinander zu tun. Das Ergebnis ist halb Museum, halb Fotostudio und ganz bestimmt kein Ort für verschränkte Arme.
Die Highlights
- Mehr als 25 interaktive 3D-Kunstwerke
- Optische Täuschungen des Künstlers Masashi Hattori
- Fotografieren und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht
- Motive für Familien, Freunde und Gruppen
- Etwa 1,5 bis 2 Stunden für einen ausführlichen Rundgang
- Stative erlaubt und vor Ort ausleihbar
- Rollstuhlgerechter Zugang und Fahrstuhl
- Komplett wetterunabhängiges Indoor-Erlebnis
Wer nur guckt, sieht nur die halbe Ausstellung
Anfassen, posieren und alberne Ideen ausprobieren sind ausdrücklich erwünscht. Das macht 3D TrickArt zu einem ziemlich geselligen Museum: Einer spielt im Bild den Helden, eine zweite Person fotografiert und alle übrigen geben ungefragt Regieanweisungen. Bequeme, saubere Schuhe sind dabei sinnvoll; High Heels gehören wegen der empfindlichen Bildflächen nicht auf die Motive. Kunsthistorisches Vorwissen braucht niemand. Die Bereitschaft, für ein gutes Foto kurz die Würde an der Garderobe abzugeben, reicht vollkommen.
Auch allein müsst ihr nicht unsichtbar bleiben
Wer solo kommt, kann ein Stativ mitbringen oder vor Ort ausleihen und den Selbstauslöser bemühen. Selfie-Sticks sind dagegen wenig hilfreich, weil für viele Illusionen Abstand und ein sauberer Kamerawinkel entscheidend sind. Für einen vollständigen Rundgang solltet ihr etwa eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Da nur eine begrenzte Zahl von Menschen gleichzeitig hineinpasst, können spontane Besuche mit Wartezeit verbunden sein – ein guter Moment, um schon einmal die dramatischste Pose des Tages auszuhandeln.
So macht ihr mehr daraus
Macht bei jedem Motiv erst ein schnelles Testfoto und korrigiert dann nur den Kamerawinkel. Die größte Wirkung entsteht oft durch einen halben Schritt des Fotografen – nicht durch drei Minuten Schauspielunterricht vor der Wand.

Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Besuch im 3D TrickArt Museum?
Die meisten Besucher bleiben ein bis zwei Stunden. Wenn ihr alle Motive in Ruhe ausprobieren und fotografieren möchtet, sind etwa eineinhalb bis zwei Stunden realistisch.
Brauche ich ein Smartphone oder eine Kamera?
Ja. Erst durch die Kamera entsteht bei vielen Motiven die vollständige räumliche Illusion. Ein Smartphone eignet sich gut; bei einer Digitalkamera empfiehlt der Anbieter ein Weitwinkel von ungefähr 20 bis 25 Millimetern.
Kann ich das Museum auch allein besuchen?
Ja. Ihr könnt ein eigenes Stativ verwenden oder vor Ort eines ausleihen und mit Selbstauslöser fotografieren. Ein Selfie-Stick ersetzt den nötigen Abstand bei vielen Motiven allerdings nicht.
Ist das 3D TrickArt Museum barrierefrei?
Der Zugang ist rollstuhlgerecht, ein Fahrstuhl und eine barrierefreie Toilette sind vorhanden. Einzelne Kunstmotive können wegen schmaler Zugänge oder empfindlicher Flächen jedoch nicht mit dem Rollstuhl befahren werden.
Darf ich in der Ausstellung essen oder trinken?
Nein, in den Ausstellungsräumen sind Essen und Trinken nicht erlaubt. Für Getränke und kleine Snacks steht ein Gastrobereich zur Verfügung.
3D TrickArt ist die richtige Adresse, wenn euch normales Anschauen zu wenig und ein gemeinsames Foto auf dem Rathausmarkt zu vernünftig ist. Das Museum liefert über 25 Bühnen, ihr liefert Haltung, Timing und notfalls völlige Selbstüberschätzung – schon ist Hamburg um ein paar sehr erklärungsbedürftige Urlaubsbilder reicher.
Persönliche Hilfe, bevor ihr euch verzettelt
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